Freitag, 10. Juni 2016

Thüringisch - Mongolische Wurstelei


Als gebürtiger Thüringer sind mir ja sei meinem Weggang aus der "Autonomen Gebirgsrepublik Suhl"  vor rund 17 Jahren einige Genüsse abhanden gekommen, wie zum Beispiel:
- Gehacktesbrötchen
- Gutes Brot und Brötchen überhaupt
- Blutwurst
- UND VOR ALLEM:  Die Thüringer Bratwurst !!!!!

Nun gibt es ja in der Mongolei einige Erzeugnisse, die den Anspruch haben, sich als "Thüringer Wurst" zu präsentieren.
Zum Beispiel sowas hier: -->> "Kayser Fleischerei"<<-- ....Ein Name, komplett aus der Phantasie des Besitzers.
 
Die Produkte wurden anfangs unter Aufsicht eines Deutschen aus Franken hergestellt worden, also war der Ansatz für eine gute Bratwurst schon mal nicht soooo  schlecht .....
Seit der aber nicht mehr da ist, "wandelt" man das Rezept mongolisch ab.
Ergebnis ist ein vom Äußeren als Wurst erkennbares Erzeugnis, welches sich nach dem Grillen beim Reinbeißen als getarnte Zitrone erweist........ 
Ursache des Ganzen: Man setzt extrem viel Zitronensäure zu, um die Haltbarkeit zu verbessern.

Nun begann für mich unlängst eine wundersame Fügung, welche mir als Thüringer gleich "zwei Fünfer im Lotto" bezüglich der Wurst-Defizite bescherte:

1. Einen Geschäftskontakt zu einer Firma, welche Därme für Deutschland verarbeitet und exportiert
2. Einen Geschäftsführer dieser Firma, der seit seinem Studium in Deutschland von "Richtigen Bratwürsten" schwärmt .....

Nun gab ein Wort das Andere, und plötzlich entstand der Plan:
Er gibt die Schafsaitlinge, ich das Know How.

Also ging es gestern los, und ich war selbst unsicher, was daraus wird....

1.Aktion:
Fleischkauf.
Dazu gibt es meinen Schweizer Freund, den -->> Schweine-Peter<<-- , 
wo ich sicher sein kann, was qualitativ Gutes zu kriegen.
Also 2,5 kg Schweinefleisch eingekauft .....
Dazu die entsprechenden Zutaten vorbereitet:
(Das genaue Rezept gibt es später)
Fleisch durch den Wolf gejagt:
Gewürze gemahlen bzw. geschrotet:
Dann Hackmasse und Gewürzmischung vereinigt:
Inzwischen die Saitlinge innen und außen gewässert:
Und auf das Wurstfüll-Horn des Fleischwolfs aufgezogen:
Und los gehts mit dem Füllen und Alles ist eigentlich kinderleicht .......
Das Ergebnis sieht doch gut aus, oder ???
Das Glas links enthält "Karlsbader Becherovka", sowas muß sein, bei der fettigen Arbeit .....
Gebraten wird am Wochenende draußen auf dem Land. 

So, und nun das Rezept für Leute, die es nachmachen wollen:

1 kg Schweinefleisch ( Bauch, Schulter, nicht zu mager)
18 g Salz
2 Zehen Knoblauch
5 g Peffer weiß gemahlen
5 g Kümmel gemahlen

5 g Majoran gemahlen
1 Ei
100 mL Milch
1 Prise Muskat, gerieben 
3 m Saitling oder Schweinedarm, Kaliber 28-30

Das ist alles.
OK, jetzt könnte die Glaubens-Diskussion einsetzen, was denn nun reingehört oder nicht, oder was fehlt.....in der "Original Thüringer"......
Aber glaubt mir, wenn der Entzug schon soooo lange angedauert hat, ist das nebensächlich.

Und die nächsten Würste werden mit Bärlauch gemacht, der wächst nämlich jetzt wieder tonnenweise in den Wäldern !





Kommentare:

  1. ... hm, lecker sieht´s aus.
    Nur die Zahlen zu Schweine- Peter sind wohl irgendwie durcheinander- oder ich habe falsche Vorstellungen von Schweinezucht. 2000 Schweine auf 2000 qm Land ist ein bissel eng, oder? In der Mongolei sollte doch Platz kein Problem sein ...

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    1. Ist wohl ein Fehler beim Verfassen des Artikels.
      Die Farm ist riesengroß.

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    2. Hast die Wuerste inzwischen gegrillt? Wie haben sie geschmeckt?

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    3. Hallo @Ingrid,

      Ja, die Würste sind ja schon lange gegrillt, und nach ihnen noch viele andere .......
      Alle sagen, daß sie so schmecken, wie sie die Würste aus Deutschland kennen.
      Das Lob geht mir runter wie Öl .....
      Beste Grüße !
      Frank

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