Mittwoch, 22. Juni 2016

Noch mehr Mongoleiverliebte ....... oder ...-Verrückte

Da lese ich doch dieser Tage, daß im letzten Jahr ein Deutscher auf einem Dreirad mit Lenkdrachen die Mongolei durchquert hat !

Also 5000 km offroad per Pedale oder Wind- Unterstützung !
Da verschlägt es mir die Sprache, wenn ich an die Zustände der Wege denke !

Hut ab vor einer solchen Leistung !
Und schade, daß ich den Mann nicht getroffen habe.
Für meine Leser hier also der Link zum Weblog von Matthias Ramsel 

Donnerstag, 16. Juni 2016

Wir in der Mongolei wohnen demnächst alle unter einer Adresse "aus drei Worten"

Das ist tatsächlich die Nachricht, welche derzeit die Runde macht in den Medien.

Post an mich kann man demnächst so adressieren:
"An:
Mongoleifan

erwähnen.kosten drehscheiben"

Oder auf Englisch:
"To:
Mongoleifan
picturing.backfired.riverside"


Kommt angeblich an.
Kein Witz, kein Aprilscherz, und geglaubt habe ich es zunächst auch nicht.
Aber die Mongol Post brachte die Meldung darüber bereits Ende Mai, und kaum jemand beachtete sie:
-->> HIER ist sie auf Englisch <<--

Das erste Land der Welt, welches dieses Adress-System einführen wird, ist also die Mongolei !

Der Hintergrund und das Prinzip wird inzwischen auch auf deutschen Seiten beschrieben, zum Beispiel
-->> HIER im "Focus"<<--
 
Na dann ..... Der Reichstag in Berlin ist dann erreichbar unter "hell.gefleckt.begehbar." .... :-))) 

Ich habe es probiert und meine eigene Adresse gesucht und getestet, so richtig funktioniert es nicht .....
Und wenn ich die entsprechende App auf mein Smartphone laden will, kommt die Meldung:
"Diese App ist in ihrem Land nicht verfügbar !".....
Na prima, "nicht verfügbar" im ersten Land, welches das System bereits ab Juli einführen will ...........

Dann schaun wir mal, wie sich das entwickelt ... Ich werde berichten !



Freitag, 10. Juni 2016

Thüringisch - Mongolische Wurstelei


Als gebürtiger Thüringer sind mir ja sei meinem Weggang aus der "Autonomen Gebirgsrepublik Suhl"  vor rund 17 Jahren einige Genüsse abhanden gekommen, wie zum Beispiel:
- Gehacktesbrötchen
- Gutes Brot und Brötchen überhaupt
- Blutwurst
- UND VOR ALLEM:  Die Thüringer Bratwurst !!!!!

Nun gibt es ja in der Mongolei einige Erzeugnisse, die den Anspruch haben, sich als "Thüringer Wurst" zu präsentieren.
Zum Beispiel sowas hier: -->> "Kayser Fleischerei"<<-- ....Ein Name, komplett aus der Phantasie des Besitzers.
 
Die Produkte wurden anfangs unter Aufsicht eines Deutschen aus Franken hergestellt worden, also war der Ansatz für eine gute Bratwurst schon mal nicht soooo  schlecht .....
Seit der aber nicht mehr da ist, "wandelt" man das Rezept mongolisch ab.
Ergebnis ist ein vom Äußeren als Wurst erkennbares Erzeugnis, welches sich nach dem Grillen beim Reinbeißen als getarnte Zitrone erweist........ 
Ursache des Ganzen: Man setzt extrem viel Zitronensäure zu, um die Haltbarkeit zu verbessern.

Nun begann für mich unlängst eine wundersame Fügung, welche mir als Thüringer gleich "zwei Fünfer im Lotto" bezüglich der Wurst-Defizite bescherte:

1. Einen Geschäftskontakt zu einer Firma, welche Därme für Deutschland verarbeitet und exportiert
2. Einen Geschäftsführer dieser Firma, der seit seinem Studium in Deutschland von "Richtigen Bratwürsten" schwärmt .....

Nun gab ein Wort das Andere, und plötzlich entstand der Plan:
Er gibt die Schafsaitlinge, ich das Know How.

Also ging es gestern los, und ich war selbst unsicher, was daraus wird....

1.Aktion:
Fleischkauf.
Dazu gibt es meinen Schweizer Freund, den -->> Schweine-Peter<<-- , 
wo ich sicher sein kann, was qualitativ Gutes zu kriegen.
Also 2,5 kg Schweinefleisch eingekauft .....
Dazu die entsprechenden Zutaten vorbereitet:
(Das genaue Rezept gibt es später)
Fleisch durch den Wolf gejagt:
Gewürze gemahlen bzw. geschrotet:
Dann Hackmasse und Gewürzmischung vereinigt:
Inzwischen die Saitlinge innen und außen gewässert:
Und auf das Wurstfüll-Horn des Fleischwolfs aufgezogen:
Und los gehts mit dem Füllen und Alles ist eigentlich kinderleicht .......
Das Ergebnis sieht doch gut aus, oder ???
Das Glas links enthält "Karlsbader Becherovka", sowas muß sein, bei der fettigen Arbeit .....
Gebraten wird am Wochenende draußen auf dem Land. 

So, und nun das Rezept für Leute, die es nachmachen wollen:

1 kg Schweinefleisch ( Bauch, Schulter, nicht zu mager)
18 g Salz
2 Zehen Knoblauch
5 g Peffer weiß gemahlen
5 g Kümmel gemahlen

5 g Majoran gemahlen
1 Ei
100 mL Milch
1 Prise Muskat, gerieben 
3 m Saitling oder Schweinedarm, Kaliber 28-30

Das ist alles.
OK, jetzt könnte die Glaubens-Diskussion einsetzen, was denn nun reingehört oder nicht, oder was fehlt.....in der "Original Thüringer"......
Aber glaubt mir, wenn der Entzug schon soooo lange angedauert hat, ist das nebensächlich.

Und die nächsten Würste werden mit Bärlauch gemacht, der wächst nämlich jetzt wieder tonnenweise in den Wäldern !





Freitag, 3. Juni 2016

Ein netter und aktueller Mongolei-Reisebericht

...die will ich meinen Lesern nicht vorenthalten, zumal ich auf -->> Dieser Seite <<-- freundlicherweise auch erwähnt werde ....  ;-)
Dank an Verena und Wolfgang, und Gute Weiterreise !

Mittwoch, 25. Mai 2016

Es droht Umwelt-Zoff mit den Nachbarn

Die Mongolei ist immer noch auch Importe von Elektro-Energie angewiesen.
Und die kommt vor Allem aus dem Norden:
Aus Rußland.
Nun hat man den Plan, sich von diesen Importen unabhängiger zu machen.
Dazu wurden drei Wasserkraftwerke an Flüssen der Mongolei geplant, und die sollen nun auch gebaut werden.
Das Dumme ist nur:
Dieses Wasser aus der Mongolei speist das "Heilige Meer" der Russen, den Baikal-See, zu 80% .
Falls da nun Veränderungen im Zulauf geschaffen werden, kann das gravierende Auswirkungen auf das gesamte Öko-System des Baikals haben........

In den letzten Tagen haben sich die russischen Medien intensiv damit beschäftigt:
Hier mal eine etwas "besonnenere" Variante:
-->Sputnik zu Baikal
In Deutschland kam das Thema inzwischen medial noch nicht an, mal sehen, wann ...........

Die Sache ist zweischneidig:
- Erstens will Rußland weiter Strom verkaufen
- Zweitens wird das Geschäft wegbrechen, wenn zunehmend mongolische Wasserkraft eingesetzt wird

Interessant wird es, wenn die Russen soviel Druck aus Umwelt-Gründen machen können, daß die Wasserkraft nicht im geplanten Maße zur Stromerzeugung genutzt werden kann.
Ab dem Moment werden die erneuerbaren Energien wahrscheinlich eine viel größere Rolle spielen, als ihnen momentan in der mongolischen Wirtschaft zugestanden wird.
Dann kommt die Zeit für deutsche Technologien ....
Die Chinesen mit ihren Lösungen mag man ja nicht so richtig ..................

Sonntag, 15. Mai 2016

Die Mongolei und die UN


Heute habe ich auf der Straße diese Kolonne fotografiert:
Die Kolonne war wesentlich länger, aber da ich auch am Lenkrad saß, konnte ich sie während der Fahrt nicht aufnehmen.

Es ist ja weltweit kaum bekannt, daß sich die Mongolen an internationalen Krisen-Einsätzen der UNO beteiligen.



Belege dafür finden sich jedoch ziemlich viele:
                                     
 ...und das kann auch noch hübsch aussehen:
                                     
Zwar nicht UNO, aber auch die erste Dame Deutschlands konnte ich bei den Jungens aus der Steppe dafür bedanken, daß sie die deutschen Camps der Bundeswehr in Afghanistan zuverlässig absichern:
                                          


Wollte ich aus dem aktuellen Anlaß auch mal erwähnen.

Ich habe jetzt den Goldrausch ... oder: Freitag, der 13. mal anders......

Da habe ich nun seit neulich einen Job, wo ich den Aufbau einer Werkhalle überwachen und leiten soll.
Die Erdarbeiten sind im Gange, und ich renne nun quasi jeden Tag über die Baustelle, um den Ablauf zu managen. Auch am Freitag, dem 13.
Ab und zu fällt der Blick auch mal nach unten, wegen der Fundamente, und so.
Und  was sehe ich da plötzlich ?
Einen Stein !!!!!
Nun ist das zwar einer von Milliarden von Kieseln, aus denen die Tal-Aue des Flusses Tuul gebildet wird.
Jedoch hatte er was Besonderes: 
DA BLINKTE WAS GOLDENES IN DER SONNE !!!!!!
Man sieht es hier, wenn auch nur in Ansätzen, weil das Foto nicht annähernd dieWirklichkeit abbildet:
(Anklicken vergrößert)
 Links vorne, die beiden gelben Flecken, und davon hat der Stein ringsum noch mehrere. Es sind Zehntel-Gramm, aber immerhin .....
Der Chef der mongolischen Firma sah mich dann mit tief gesenktem Kopf rumlaufen und meinte wohl, ich hätte was verloren und wäre nun auf der Suche....

Als ich ihm den Grund erzählte und das Steinchen zeigte, meinte er ganz gelassen:
"Ja, klar, das ist Gold, eingebettet in Quarz.
Ich habe auch eine Goldmine, da bauen wir genau  solches Mineral ab, mahlen es und waschen das Gold raus."
Er schmunzelte und meinte, ich hätte einen guten Blick gehabt.
Dann suchte er selber etwas herum, hob einen Stein auf und zeigte mir:
"Siehst Du, hier in der Schicht ist der Goldstaub drin, er glänzt schön.Den könnte man auch rauswaschen. Aber hier in Ulaanbaatar lohnt sich das nicht."

Dann erzählte er mir die Geschichte, welche ich vor zwei Jahren zwar auch gehört, aber für  ein Gerücht gehalten hatte:
Bauarbeiter hoben mitten in Ulaanbaatar einen Kabelgraben aus und fanden dabei wenige Zentimeter unter der Erdoberfläche einen kiloschweren Goldklumpen.

Es ist schon faszinierend, wenn man plötzlich auf diese Weise real erlebt, was den Begriff "Reich an Bodenschätzen" ausmacht.  
Naja, vielleicht klappt sowas für mich ja auch noch mal mit einem größeren Fund.
Jedenfalls ist jetzt mein Kopf öfters gesenkt, als früher ...........

Statt Gold fanden wir bisher aber nur einen Pferdeschädel, der wohl irgendwann vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten in den damaligen Flußlauf geriet und nun mal wieder das Licht der Sonne erblickte... ....







Sonntag, 24. April 2016

Die Hauptstadt der Mongolei hat momentan keinen Fluß mehr !

Da fahre ich doch heute mal am Südrand der Stadt auf der Umgehungsstraße, welche sich zwischen Tuul-Fluß und den Bergen entlang windet, und Einem ziemlich viel Zeit spart, wenn man in Ost-West-Richtung unterwegs ist.
Für Interessenten:
--Vom Kreisverkehr links nach rechts der weiße Strich--

Und was muß ich feststellen ?
DER FLUSS IST WEG !!!!!

Man sieht nur noch das Kiesbett,  und vereinzelt sind ein paar Pfützen zu sehen.

Hier der Blick an der Zaisan-Brücke:
                                        

Etwas näher dran sieht man den Kies im Flußbett:
                                          
Bei Google Street Maps kann man sich ansehen, wie die Stelle normalerweise aussieht:
--Und zwar HIER im November 2014-- 
Dazu muß man wissen, daß damals die trockenen Sommermonate vorbei waren und der Fluß trotzdem Wasser hatte.
Jetzt müßte mit der Schneeschmelze eigentlich viel mehr Wasser kommen, ......
Aber: Denkste !

Sowas habe ich in den Jahren, die ich hier bin, noch nie erlebt.
Sage niemand, es gäbe keinen Klimawandel !

Morgen werde ich versuchen, noch ein paar Bilder an anderen Stellen zu knipsen.

Donnerstag, 21. April 2016

Die mongolische Adidas-Mumie - und mein Naadam-Nachtrag aus dem vergangenen Jahr


Neeee,also echt ........
Die arme Frau kann wirklich nichts dafür, daß 1500 Jahre nach ihrem Tode eine deutsche Firma Schuhe mit drei Streifen herstellt:


Aus einem gewiß sensationellen archäologischen Fund entwickelt sich ein Hype bei Pseudo-Wissenschaftlern und Mysterikern wegen "Zeitsprüngen" und ähnlichen Phantasien.
Und die Medien aller Coleur haben mal wieder eine halbrichtige Schlagzeile gefunden ..................

Daß der Fund also etwa aus dem Jahre 500 n.Chr. stammt, ist viel Sensationeller.

Außerdem ist die Meldung für mich ein hervorragender Anlaß, mal über die Türken und die Turkvölker zu schreiben.

Im letzten Sommer war ich ja bekanntlich mal auf Touristenpfaden unterwegs.
Kharkhorin (auch Karakorum) mit dem Kloster Erdene Zuu sind ja in jedem Reiseführer zu finden.
Darüber berichtete ich --HIER ausführlicher<<--

Was die wenigsten Besucher des Klosters wissen oder bemerken:
Unmittelbar am Kloster beginnt eine ziemlich gut ausgebaute Asphaltstraße.Und zwar genau an diesem Schild:
Sie führt 47 km weit in die Steppe und wurde übrigens komplett dürch den türkischen Staat finanziert.
Das Reisebüro "Steppenfuchs" schreibt dazu -->> HIER<<--:



Durch das Orchon Tal mit seinen grünen Wiesen geht die Fahrt erst zur Chöschöö Tsaidam Ausgrabungsstätte (Tonyukuk). Es handelt sich dabei um die Grabstätte von Bilgä Chagan
(Bilge Khagan 683 – 734 n.Chr. türkischer Oberbefehlshaber).
Bilge Khagan spielte eine wichtige Rolle gegen das Vordringen der Chinesen in dieser Region.
Modern, würde man ihn heute als „Warlord“ bezeichnen, da er sich unterschiedlichen Völkern in dieser Region angeschlossen hat.

Hier wurde auch eine der vier steinernen Schildkröten, ein Zeichen für langes Leben und Ewigkeit,

ausgegraben.
Die steinernen Schildkröten haben in der mongolischen Mythologie eine besonders

wichtige Bedeutung. Für die Turkvölker und somit letztlich für die Türkei, ist Chöschöö Tsaidam von

besonderer Bedeutung. Chöschöö Tsaidam ist der östlichste Fundort türkischer „Spuren“ und wird

heute als Wiege der Türken betrachtet. Die Ausgrabung erfolgt unter türkischer Leitung und viele der Fundgegenstände kann man in einem kleinen Museum gleich neben der Ausgrabungsstelle besichtigen (sofern geöffnet).

 Unterwegs werden einige historische Ausgrabungsstellen besichtigt (Khöschöö Tsaidam).

Hier wird unter türkischer Leitung ein ehemaliger Palast aus dem alttürkischem Reich freigelegt.

Die Türken vermuten in dieser Region ihren Ursprung. Später wurden sie dann von den mongolischen Stämmen vertrieben. 

Dort angekommen, steht man in einer weiten Ebene quasi im Nichts......
Schwer vorstellbar, daß hier einmal ein politisches und kulturelles Zentrum eines Reiches gewesen sein soll.
 
 Außer dem Museums-Gebäude und ein paar Jurten: NICHTS.
Google Maps zeigt, wo sich das Objekt befindet, und zwar -->> HIER<<--


Im Inneren des Museums eine große Halle mit erstaunlichen Fundstücken aus der Zeit um 700.
 Mehr zu den beiden Stelen und vielen anderen Monumenten der Gegend haben die Kasachen auf einer Webseite zusammengetragen. -->> HIER<<--Denn sie führen ihre nationalen Wurzeln ja auch auf diesen Ort zurück.

Und wie es der Zufall will:
Außer uns waren noch zwei Touristen da:
Echte Türken, welche ehrfürchtig aber auch stolz an den Wurzeln ihres Volkes standen.

Denn das Reich der Kök-Türken erstreckte sich zeitweise vom Kaspischen Meer bis zur Mandschurei und war der erste Staat in der Geschichte der zentralasiatischen Nomadenreiche, dessen Amtssprache (Alttürkisch) aufgrund gefundener Grabstelen zu Ehren seiner Herrscher, den Orchon-Runen, zweifelsfrei identifiziert werden konnte.
Diese alttürkische Runensprache  konnte übrigens deswegen identifiziert werden, weil auf den beiden großen Stelen die Texte auch in chinesischer Schrift eingemeißelt wurden......

Zu den Exponaten zählen auch die Repliken von filigranem Goldschmuck, wie diese Krone:
Die Originale sind in der Tresoren der Mongolbank in Ulaanbaatar verwahrt und können dort besichtigt werden.

Montag, 11. April 2016

Schmutziger Frühling





Die Mongolei wird ja gerne als die letzte natürliche Steppenlandschaft der Welt gesehen, mit ihrer einzigartigen nomadischen Lebensweise vieler Menschen.

OK;das stimmt ja im Prinzip auch, aber die Realität in mancher Gegend sieht anders aus.
So habe ich mitten in Ulaanbaatar neulich dieses Foto gemacht: (Anklicken zum Vergrößern)

Auf einem unbenutzten Grundstück hat man nicht etwa Kohle abgeladen, sondern den letzten Schnee von den umliegenden Straßen.
Ich habe früher immer über den Spruch gelacht:
"Und wenn der ganze Schnee verbrennt, die Asche bleibt uns doch...."
Das Lachen bleibt einem angesichts solcher Bilder im Halse stecken......................

Heute nun fuhr ich raus, nach Südwesten, und überquerte den Fluß Tuul über eine Brücke.
Und zwar genau an dieser Stelle: --->>> Die Brücke über den Tuul<<<---
Dort hat sich das warme Wasser des Frühlings eine Schneise geschlagen in den Eispanzer der letzten Monate.
Das sieht dann sehr romantisch aus:

Gleichzeitig zeigt sich dort, was in der näheren Umgebung von Ulaanbaatar an Gift und Schmutz in der Luft vorhanden war, und sich in der Natur während des Winters niederschlug.
Wenn man genau hinschaut:

In den Schichten von Eis und Schnee kann man genau ablesen, wann der giftige Staub des Qualms aus den Kraftwerken und den vielen Jurten und Hütten über das Land zog, und wann Schnee fiel, um das Elend mal wieder zu überdecken.

Wenn jetzt das Tauwetter weiter anhält, wird dann das ganze schaurig-giftige Zeug über die Flüsse und das Grundwasser verdünnt .......
Aber "weg" ist es damit noch lange nicht .................





Samstag, 9. April 2016

Das zweite Leben oder die Wiedergeburt mongolischer Dinge

Der Buddhismus ist ja wesentlich geprägt von der Tatsache, daß Lebewesen durch Wiedergeburt immer weiter existieren, wenn auch in vielen verschiedenen Körpern.

Bei den "Dingen" des modernen Lebens ist man hier wesentlich pragmatischer.
Was man nicht braucht, oder alt ist, wird weggeschmissen, da Müll.
Aus den Augen, aus dem Sinn ..........

Daß man aus "alten Sachen" etwas Neues machen kann, wie es die -->>"Upcycling"-Bewegung<<-- weltweit beweist, stößt hierzulande erstmal auf Skepsis.

Und dann hat man hierzulande ja auch das mentale Problem, einer stolzen und reichen Nation anzugehören.
Und deshalb muß man Stolz und Reichtum zeigen.
Sei es mit chinesischen Barock-Wohnzimmern wie sowas:
 Wirklich wahr, das Zeug steht hier in den Möbelläden rum, und es ist "in", sich so einzurichten !
 Oder  mit unsäglich kitschigen "Leuchtobjekten" wie diesem hier:


Diese Verschwendung von Material für schlechten Geschmack geht mit echt gegen den Strich.
Aber es ist hierzulande eben (noch) nicht vermittelbar, daß man aus einer Europalette zum Beispiel Sofa, Sessel oder Regal bauen kann. Oder aus was ganz verschiedenen Dingen was Neues, Nützliches macht.
Hier geht es nur darum, aus dem Müll rauszufischen, was die Chinesen wiederverwerten können.

IKEA-Stil ist was für Arme, und meine Sessel "Pöang" veranlaßten mal in der Anfangszeit unseres Hierseins eine unserer neugierigen (und pseudoreichen) Besucherinnen ( Jugendfreundin meiner Frau) zu der spitzen Bemerkungen:
"Ah ja, IKEA. Die Sessel kenne ich. Meine Tochter ist Studentin, die hat sich auch mit sowas eingerichtet."

Was also übersetzt heißt:
Der Deutsche mit seiner mongolischen Frau gehört scheinbar zu den Ärmeren und kann sich nichts Standesgemäßes leisten........
Wir haben die Dame auch nicht wieder gesehen.....
Unsere Reputation war für sie scheinbar futsch.

Ich habe den Eindruck, selbst edelste Stücke aus dem Bauhaus oder von den berühmtesten neuzeitlichen Designern würden zumeist gnadenlosen Verriß bedeuten.


Jedenfalls propagiere ich Upcycling und lasse mich nicht beirren.
Denn nach erstem ungläubigem Staunen folgt dann meist ein "AHA"-Effekt.

Fast zufällig entstand dieses "Objekt": ( Anklicken vergrößert !!)
 
                                    
Denn ich ging im Walde so für mich hin ..........
Und fand am Ufer des Flusses Tuul ein Stück Holz, abgeschliffen von den Strömungen, fein gemasert.
Es gefiel mir und ich nahm es mit nach Hause, wo es lange rum lag.
Glühbirnen gibt es ja hierzulande immer noch in jeder Menge und Größe. Kosten auch nichts, 50 Cent....
Der Docht ist eine normale Schnur, gehalten von einem Druckknopf.

Nun wird es mit Lampenöl gefüllt und als Geburtstagsgeschenk erregt es hoffentlich noch mehr Aufmerksamkeit für meine Upcycling-Ideen.
Wen es interessiert, dieser Such-Link bringt Ergebnisse ohne Ende:                                                         -->> UPCYCLING-IDEEN <<--

Und da sind die Fremdsprachigen noch gar nicht erfasst ..............

Möglicherweise lassen sich mit solchen kleinen Dingen ein paar Arbeitsplätze für einfache Arbeiter schaffen.
Das hätte dieses Land bitter nötig.

Falls jemand Ideen oder Meinungen hat, nur zu !
Einfach melden.

Mittwoch, 6. April 2016

Deutscher Jazz-Export in die Mongolei

Dank meines treuen "beinahe-schon-mal-hier-gewesenen-Lesers" Zurken (Gruß und Danke !) wurde ich dran erinnert, mal eine Kultur-Info einzustellen:
Der deutsche Jazz-Professor -->> Frederik Köster <<-- wird für längere Zeit in der Mongolei unterrichten.
 

Die Zeitung "Der Westen" weiß -->>HIER<<-- mehr darüber zu berichten.
Öffentliche Konzerte gibt er am 04. und 06. Mai im -->> UB Jazz Club<<--.
 (Damit dürfte auch klar sein, daß der den Jazz nicht "in die Mongolei bringt".................
Der ist schon etwas länger da, so wie auch Swing ...  ;-)
Aber so sind sie halt, die Journalisten; es muß schon ein bißchen reißerisch geschrieben werden für den sensationshungrigen Leser ..... 
 Kartenvorbestellungen unter : +976 9632 0202

Ein Stammgast im UB Jazz Club ist übrigens Naagii, mit einem breiten Repertoire:

Montag, 21. März 2016

Wieder mal: "Ganz normaler Wahnsinn"

Ich habe  --->>>HIER<<<--- die Rubrik "Ganz normaler Wahnsinn" um den Punkt 5. erweitert, welcher lautet:
5. Ämter : Katasteramt als Katastrophe     
Beileidsbekundungen, schadenfrohe Bemerkungen und sonstige Texte werden gerne entgegengenommen !

Montag, 14. März 2016

Der gefährlichste Schulweg der Welt...Naja .....

Fast immer bin ich ja auch auf der Suche nach Eindücken Anderer von der Mongolei, und da wurde ich jetzt bei der ARD fündig.
Deshalb verlinke ich gerne zu deren Mediathek:

--Die gefährlichsten Schulwege der Welt --

Leider angeblich nur bis 19.03.2016 abrufbar, also beeilen mit dem Schauen !
Für meine Begriffe ein wenig dramatisiert für den deutschen Zuschauer, aber das Leben hier wurde gut eingefangen.
Deshalb mein Respekt für die Macher !

Das Tal, in dem die Station Tunkhel mit der Schule liegt, kenne ich sehr gut, dort wohnen Verwandte.
Im Sommer ist die Gegend ringsherum eine Idylle ! Da sieht es an dem Fluß so aus, fotografiert aus dem Zug:


Ich stelle mal einen Link zu Google Maps ein, wo man die Station sieht:
--Tunkhel--
Und stelle mal die Quiz-Frage, was die hellen gelb-braunen Flecke im Ortsbild bedeuten könnten ?

Viel Spaß beim Rätseln ... !!!!!

Freitag, 26. Februar 2016

Seltsam, seltsam .... diese Eindrücke......

Nun bin ich mittlerweile schon fünf Jahre hier, und habe in dieser Zeit immer mehr dazugelernt, was die Unterschiede zwischen einer europäischen Kultur und der hiesigen ausmacht.
Klar, man darf die Maßstäbe nicht so anlegen, wie man es ein ganzes Leben lang gewöhnt war.

Aber manchmal gibt es Momente, da beginnt man sich auch für Geschehnisse hier "fremdzuschämen".
So schaue ich doch neulich Fernsehen, und einer der rund 50 (!!!) mongolischen Fernsehsender brachte gerade eine Kochshow.
Die hiermit dokumentierte Szene zeigt:
Einer (in schwarz gekleidet) hat was zubereitet.
Der Andere (der in rot) ist der Koch-Experte.
Und der wird also probieren und beurteilen. Da Probestück hat er schon abgeschnitten:



Nun die Verkostung:


 Leider gibt es plötzlich ein "kleines" Problem mit dem Probestück, denn dieses ist zu groß.....
Aber der clevere Koch weiß sich zu helfen, wozu hat man denn schließlich außer der Gabel auch noch ein Messer...........
Erwähnenswert sei außerdem, daß der Fernsehsender den Namen "Bildung / Erziehung" trägt ...    :-))

Und wenn wir schon bei Entgleisungen sind:
Der -->> Deel<<-- ist ja das traditionelle Kleidungsstück der Mongolen.
Leider ist die Wikipedia nicht ganz aktuell mit den folgenden Sätzen:
An Aussehen und Beschaffenheit eines Deels kann der Träger einer bestimmten Ethnie und seinem sozialen Stand zugeordnet werden.[2] Heute ist er noch in ländlichen Regionen verbreitet, wo er häufig in Kombination mit Gutul, den traditionell mongolischen Stiefeln, getragen wird. In städtischen Gegenden ist die traditionelle Kleidung weitläufig der westlichen Mode gewichen.
Momentan ist etwas ganz Anders festzustellen:
Der Deel wird in der Hauptstadt immer mehr zur Kostüm-Show mißbraucht.
Und welche kuriosen Blüten das Bestreben treibt, sich von Anderen abzuheben, zeigt dieser Bildschirm-Ausschnitt:
Eine verdiente Volkskünstlerin der Mongolei präsentiert sich anläßlich des mongolischen Neujahrsfestes im Fernsehen mit einem neuen Deel.
Eventuell will sie damit " ....einem sozialen Stand zugeordnet werden ...."

Meine Familie und auch unsere Freunde meinen, daß damit die Grenze des guten Geschmacks und die Achtung der Tradition weit überschritten sei.
Möglicherweise hätte sie ein Tischtuch oder einen Teppich zum Deel umfunktioniert .........

Soweit mal die Eindrücke des stillen Beobachters.